picco/ August 26, 2014/ Allgemein, Fit bleiben - Sport treiben/ 0Kommentare

Vor einigen Wochen noch, habe ich bei dem Gedanken in der früh Sport zu machen, eine Panikattacke nach der anderen erlitten. “Wie soll ich in der früh nur die Kraft auffinden zum Sport machen?” oder “Noch früher aufstehen, dann bin ich ja den ganzen Tag über nur müde und schlapp…” waren meine Gedankengänge und Sorgen, die mich davon abhielten es zu machen.

Ein Kumpel von mir hat dann in unserer Fitness-Gruppe auf Facebook jeden Tag in der früh aus dem Fitnessstudio gepostet und sich dort eingecheckt. Und mit früh meine ich nicht 8, sondern eher 5:30 bzw 6:00. Wahnsinn, dachte ich… und war verblüfft. Irgendwann kam dann die Diskussion auf, wie man es denn hinbekommt so früh fit zu sein. Seine Antwort war ausschlaggebend dafür, dass ich jetzt ein Fan von dieser Einstellung bin, in der früh (noch vor der Arbeit) meinen Sport zu absolvieren. Die Antwort lautete: “Man muss es nur ein paar mal gemacht haben, dann gewöhnt man sich dran. Die Male zuvor ist man nicht so kraftvoll wie sonst, aber sobald sich der Körper an die Uhrzeit gewöhnt hat, kann er sogar eine halbe Stunde nach dem Aufwachen die Leistung abrufen.”

Diese Antwort hat mich überzeugt dem Ganzen einen Versuch zu gönnen. Zusätzlich kam natürlich noch meine Vorstellung dass man dadurch sein Zeitmanagement fördert und man vielleicht beim Schlafengehen weniger aufgedreht ist, so dass der Schlaf auch ruhiger wird…

Gesagt, getan.

Da eines meiner zwei Fitnessstudios 24 Stunden offen hat, ist ein Gang ins Studio in der früh kein Problem. Da sich das Studio auch auf dem Weg in die Arbeit befindet, habe ich es direkt am nächsten Tag ausprobiert. Geringe Hürden erleichtern einem die Umsetzung von Ideen 😉 Rein “rechnerisch” ändert sich vorerst auch nichts an der Zeit die man im Studio verbringt rein gar nichts. Ob ich nun morgens eine Stunde drin bin oder abends, ist egal. Wie schon gesagt… “vorerst”.
Aber dazu später mehr 🙂

So, nun war ich im Studio um 7:30 (!!) in der früh. Kraftlos, antriebslos, verwirrt. Auch wenn die Frage obsolet ist, was ich an einem “Rückentag” trainieren werde, habe ich mir diese Frage wahrhaftig gestellt. Warum? Nun ja, es entspricht leider echt der Wahrheit, dass man in den ersten “Trainings in der früh” einfach schlapp ist…

“Puh, diese Übung ist zu anstrengend… ne, mach ich nicht.”.
“Ooooh, Rücken generell ist zu antrengend… fang ich mal mit Bauch an”.
“Aiaiai, Bauch ist auch anstrengender als gedacht… wtf”.

Genau das habe ich mir gedacht, als ich hilflos in der Mitte des Studios stand und nicht wusste was ich mit mir anfangen soll, das erste mal um diese Uhrzeit…

Anyway, ich war im Gym und habe mich dann doch dazu gezwungen etwas zu machen. Leider nur mit halbem und unterdrücktem Ehrgeiz, aber ich hab was getan. Irgendwas für den Rücken mit leichtem Gewicht. Mehr hätte ich definitiv nicht geschafft.

Neuer Tag, neuer Versuch.

Ich sags direkt vorweg: Es ist erschreckend!
Da mir Markus gesagt hat dass sich der Körper erst dran gewöhnen muss, habe ich dem Ganzen noch einen Versuch geschenkt. Nächster Tag und ich stand wieder gegen 8:00 im Studio. Dieses mal aber anders als am Tag davor…

Ich fühlte mich kraftvoller, motivierter und geistig anwesender. Vielleicht nur Zufall, vielleicht nur aus dem Grund dass ich früher schlafen gegangen bin, vielleicht weil mir Markus das eingeflößt hat aber vielleicht auch nur, weil sich der Körper schon ein wenig drauf eingestellt hat. Ich weiss es nicht. Und wenn ich ehrlich bin, ist es mir auch egal… hauptsache es ist so.

Auch wenn es erst der zweite Tag war, habe ich fast 90% meiner normalen Gewichte gehoben. Am Tag davor hätte ich maximal 60% geschafft. Hätte ich nie gedacht!

Bis heute…

Inzwischen sind einige Wochen vergangen und ich gehe primär in der früh ins Studio (Außer mein 24h-Studio in München wird nicht gerade umgebaut…). Eine gewisse Routine hat sich natürlich auch breit gemacht:
Aufwachen -> Shake/Smoothie -> Tasche packen -> los nach München -> ab ins Studio.

Der tägliche Espresso vom Kiosk am Bahnhof kurz vor dem Training gibt mir zusätzlich noch den notwendigen Kick, so dass er pünktlich zum Beginn meines Trainings wirkt und ich erstens total fokusiert bin auf die Übungen (und somit auch effizienter trainiere), super motiviert bin, weil ich weiss dass nach dem Training in der früh keine weitere körperliche Anstrengung folgt und weil ich das ganze Studio für mich alleine habe. Top 🙂

Ich empfehle es jedem, sich das Training in der früh mal genauer an zu schauen. Damit ist eben nicht “ein Versuch” gemeint, sondern wirklich der Versuch das motiviert eine oder zwei Wochen am Stück durch zu ziehen. Früh aufstehen, (1,5 Std. früher als sonst) fertig machen und maximal einen Shake vorher trinken (nicht mehr, sonst verdaut der Körper das Essen während des Trainings).

Abschließend möchte ich noch einmal die Vor- und Nachteile des “Der frühe Vogel fängt… die Muskeln…” aufzählen. 😉

Vorteile:

Diese Vorteile beziehen sich auf den Zustand, dass man sich schon an das frühe Training gewöhnt hat. Dies geschieht spätestens nach 2 Wochen, frühestens aber schon nach 2-3 Tagen.

  • Man hat mehr Kraft, da man nicht erst einen ganzen Arbeitsstag hinter sich bringen musste, sondern frisch aus dem Bett kommt. Die Kraft-Konzentration findet effizienter statt als an einem Nachmittag nach 8 Stunden Büro-Job.
  • Man fühlt sich fitter und aufgedrehter den ganzen Tag über. Es ist sehr komisch und erklären kann ich es mir nur mit einem “Testosteron-Afterburn-Effekt”, der sich über den ganzen Tag hin weg zieht und hält. Vollgas in der früh und in kleinen Nachbrenn-Schüben immer wieder Kraft- und Laune-Booster.
  • Eine viel bessere Tagesplanung ist möglich. Durch die Deckelung der Zeit im Studio die man sich selbst in der früh setzt – “Ich habe nur xx Minuten Zeit, sonst komme ich zu spät zur Arbeit” – bekommt man es sehr gut hin nicht unnötig im Studio zu überziehen. Man ist auch fokusierter in der früh, da man nicht abgelenkt wird oder auf verschiedene Geräte warten muss. Dein Zeitmanagement wird dir danken. So heißt es nach der Arbeit: “Ich habe Zeit für alles und zwar pünktlich nach der Arbeit.” Keine potentiellen Verspätungs-Quellen durch das Fitness-Training nach der Arbeit. Und zusätzlich… hat man immer eine Ausrede, wenn es mal später wird, dass man nach Hause muss, da man um 6 aufstehen muss 😉
  • Eine Sache die mir noch zusätzlich auffällt ist, dass man dadurch mehr und besser schläft. Vielleicht bilde ich es mir ein, aber die Zahlen zeigen mir dass ich richtig liege.. Die Zeit in der ich im Bett liege hat sich um 50 Minuten im Schnitt erhöht. Meine effektive Schlafenszeit (Verhältnis von “Liegend” zu “schlafend”) hat sich von 67% auf 78% erhöht. Das macht eine Erhöhung der Schlafenszeit um mehr als eine Stunde pro Tag. Wow!!

(Gemessen wurde das mit einem ärztlich getesteten Armband, das Bodymedia heißt. In einem gesonderten Beitrag werde ich das Gadget vorstellen)

Nachteile:

Wie oft genug, sind die Vorteile einer Sache auch zugleich die Nachteile. Das positive daran ist, dass man mit den Nachteilen besser umgehen kann, wenn man sie kennt!

  • Aufgedreht und auf einen Schlag wird man müde. Damit muss man erst einmal klar kommen, dass man den ganzen Tag aufgedreht ist (was nicht immer super ist) und man dann auf einen Schlag von der Müdigkeit eingeholt wird. Passiert dies im falschen Moment, hat man ein Tief dass auch den Mitmenschen auffällt. Dies kann natürlich auch dann passieren, wenn man nachmittags trainiert, aber ich finde dass es bei mir eher passiert, seitdem ich in der früh trainiere.
  • Klar, man muss früher aufwachen, wenn man zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Arbeit sein muss. Bei Gleitzeit kann man sich da besser arrangieren, aber wenn die Firma das nicht anbietet, muss man Uhrzeit-technisch einfach früher aufstehen und das impliziert automatisch schon den nächsten Punkt…
  • Es ist kälter wenn man aus dem Haus geht. Natürlich nur ein paar Grad, aber erwähnen wollte ich es dennoch!
  • Aber ein echtes Problem kann sein, dass das Fitnessstudio zu diesen Zeiten noch nicht auf hat. Da sind die Studios unterschiedlich und wirklich steuern kann man es leider nicht wann das Gym auf macht…

Natürlich findet man mehr Vor- und Nachteile je länger man es durchzieht und da jeder anders mit diesen Umständen umgeht, ist es am Ende auch eine reine Geschmackssache ob man das Training in der früh bevorzugt oder eher am Nachmittag/Abend.

Mich würde eure Meinung dazu dennoch sehr interessieren, welche Erfahrungen ihr gemacht habt mit “Training in der früh” und dem entsprechenden Gegenpart, dem “Training am Abend”.

Hinterlasse eine Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sie sollten das verwenden HTML Schlagworte und Attribute: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>
*
*