Vom Alleingänger zum Team-Mitglied… der Wandel eines Entwicklers.

picco/ Oktober 2, 2014/ Allgemein, Development/ 0Kommentare

In meinem heutigen Beitrag, möchte ich von etwas berichten, das ich erst seit einigen Monaten in dem Umfang erlebe um wirklich den Unterschied zu kennen. Den Unterschied zwischen “alleine in meiner eigenen kleinen Welt programmieren” und dem Ding was man auch Team nennt, nämlich dem: “Von einander lernen”-Gefühl.

Der Unterschied ist wie Tag und Nacht… wie Jing und Jang… wie schwarz und weiß.
Auf der einen Seite -nennen wir sie mal die “dunkle” Seite 😉 – entwickelt man einfach vor sich hin, nach bestem Wissen und Gewissen. Natürlich hat man Zweifel an dem was man programmiert, aber es gibt im selben Atemzug auch niemanden der einem Fehler, falsche Gedankengänge oder gar grobe Schnitzer aufzeigt. Man denkt man macht alles richtig… was wahrscheinlich auch so ist. Nur ist es das “richtige” nach der persönlichen Erfahrung. Nicht mehr und nicht weniger.

Die andere Seite – logischerweise die weiße – sieht komplett anders aus. Meinungsaustausch und Erfahrungsaustausch. Zusätzlich kommen hinzu: Spaß, ein Wir-Gefühl und das Vertrauen in den anderen dass er schon alles richtig macht, da man weiß wie er programmiert. Aber bevor ich zur Quint-Essenz des Ganzen komme, hier erstmal die Vorgeschichte und was sich im Laufe des letzten Jahres alles geändert hat. In meinem Team und vor allem auch bei mir.

Wie es war…

Den Zustand “vorher” habe ich schon fast vergessen. Nicht weil es schlecht war oder weil ich eine schlimme Zeit hatte, im Gegenteil sogar… aber weil es eine Zeit war, in der nicht mich nur geringfügig weiterentwickelt habe. Eine Zeit, in der ich das Gefühl hatte, dass nichts voran geht. Stagnation.

Wir waren ein Team aus zwei Personen. Einem Senior-Entwickler und mir, einem frisch entlassenen Azubi der vor Wissensdurst nur so strotzte. Ich habe alles aufgesaugt und verinnerlicht und wollte immer mehr lernen. So beendete ich meine Ausbildung.

Gestehen muss ich dass ich durch meine Ausbildung doch sehr verwöhnt war, da ich alle Möglichkeiten hatte meine Erfahrungen und Kenntnisse zu erweitern wie ICH es für sinnvoll und wichtig empfand. Ich hatte immer Mit-Azubis an meiner Seite und wir haben einen regen Meinungs- und Erfahrungstausch gehabt. Ich war eben verwöhnt…

Anders wurde es erst, als ich kein Azubi mehr war. Langweilige und immer wiederkehrende Aufgaben die keinen Lernfaktor beinhalteten und kaum fachlich bezogene Gespräche mit dem Kollegen, da jeder seine eigenen Aufgaben hatte die er lösen musste. Jeder alleine an seinem Rechner, jeder alleine in seiner kleinen Welt.

Erschwerend kam hinzu, dass wir schon ein fertiges Produkt hatten, an dem wir nur bisschen hier was änderten und bisschen da. Keine Neuimplementierungen, keine coolen Features, nichts spannendes. Vor-sich-hin-arbeiten nennt man das glaube ich. Der Alltag hatte mich schneller eingeholt als ich es erhofft und vor allem auch gedacht habe. Ich war traurig. Das kann doch nicht alles sein…

Wie es wurde…

“Das kann doch nicht alle sein…” habe ich mir immer und immer wieder gesagt. Das kann doch nicht das sein, wie die nächsten Jahre meine Arbeit verlaufen wird. Es ist ja auch anders möglich, ich weiss es ja aus der Ausbildung verdammt!

Lustigerweise änderte sich diese Situation dank einer kleinen Änderung innerhalb der Firma. Die Abstinenz die unsere Abteilung “genoss” wurde quasi von einem auf den anderen Tag aufgelöst und wir wurden ein Teil des Gesamtkonstrukts von AutoScout24. Agilität, abteilungsübergreifende Entscheidungen und Gespräche wurden immer präsenter und vor allem… wurde das Team größer.

Erst kam ein weiterer Entwickler hinzu, danach zwei externe und zu guter Letzt noch ein weiterer Festangestellter. Von einem Monat auf den nächsten sind wir von einer 2er-Gruppe zu einer Mannschaft gewachsen. Natürlich vorerst ohne jegliche Art von “Zusammenhalt”, aber wir waren inzwischen nicht mehr nur 2 Personen.

Wie es inzwischen ist…

Aktuell sind wir 4 Entwickler und wir sind eine richtig feste Gruppe geworden, aus 4 sehr unterschiedlichen Entwicklern, die aber ein gemeinsames Ziel haben, sich super verstehen und auf beruflicher Basis die Hand für den anderen ins Feuer legen würden. Dies ist ein Produkt eines guten Teambuildings in dem darauf geachtet wurde, dass die Persönlichkeiten zu einander passen, das notwendige Know-How dennoch vorhanden ist und von jedem speziellen Typ einer vorhanden ist.

So haben wir denjenigen, der sehr viel Wert auf die Korrektheit des Codes schaut aber auch die notwendige Erfahrung aufweist in der Entwicklung. Er legt sehr viel Wert auf Architektur und finals (kleiner Insider). Ich habe sehr viel von ihm gelernt, vor allem weil er das noch ein wenig länger als ich macht, mit Android.

Des Weiteren haben wir jemanden der sich im visuellen Bereich sehr gut auskennt und für die visuellen Schmankerl verantwortlich ist. Er lässt nicht locker bevor er das was er sich vorgenommen hat nicht auch geschafft hat. Ehrgeiz nennt man das. Auch von ihm habe ich sehr viel gelernt und kann mir eine große Scheibe Einfallsreichtum abschneiden!

Hinzu kommt der dritte im Bunde, der mit seinem Wissensdurst eine große Hilfe für das Team ist, auch wenn er trotz mehrjähriger Entwicklererfahrung erst seit kurzem für Android entwickelt. Man merkte ihm von Anbeginn seine Erfahrung in der Entwicklung an. Er ist, seit dem er bei uns ist, eine Bereicherung fürs Team und zeigt mir jeden Tag, dass man nie aufhören sollte neues zu entdecken und zu erlernen.

Und zu guter letzt, meinereiner.
Ich persönlich würde mich als einen Mischmasch aus dem Ganzen einstufen. Know-How ist vorhanden, sowohl im visuellen Bereich als auch was den reinen Code angeht, Ehrgeiz sowieso und der Durst nach Neuem ist auch wieder in mir erwacht…

Erwacht ist er, vor allem wegen dem Team. Jeder neue Entwickler der zu unserem Team dazu stoß, hat eine andere Herangehensweise, Gedankenabfolge und Sicht auf viele Dinge die man sonst so in der Form nicht mitbekommen würde, da man nur seine kleine schöne Welt hat, in der sich im Idealfall nichts ändert… 😉

Es war eine Umstellung.

Auch wenn man sich als Entwickler glücklich schätzen sollte, wenn man Kollegen hat, die andere Ansichten haben als man selbst und somit mehr “Würze” in alles rein bringen, ist der Wechsel dennoch sehr schwer, vom (Halb-)”Alleingänger” zu einem Team-Mitglied.

So fiel es mir zB. ziemlich schwer in manchen Situationen zu verstehen, dass Vorschläge zu einer anderen Problemlösung (als meiner) nicht gegen mich persönlich gingen, sondern es lediglich Vorschläge einer anderen (oft auch einer besseren) Überlegung sind. Eine Überlegung, die vielleicht besser, schneller, performanter, günstiger oder oder oder ist.

Zu Beginn hatte ich viel damit zu hadern, dass mir es so vorkam dass jeder pauschal gegen meine Vorschläge ist. Aber inzwischen weiß ich, dass genau DAS die Stärke eines Teams und mehreren Entwicklern in einem Team ist. Nämlich die unterschiedlichen Meinungen, Vorstellungen, Erfahrungen und Prioritäten. Und für diesen Wechsel danke ich.

Man muss sich selbst weiterentwickeln, sobald es zu einer so drastischen Arbeitsfeld-Umstellung kommt und wenn man sich nicht bemüht sich anzupassen um ein Teil des Ganzen zu werden… seinen Kokon abzuwerfen quasi… dann wird man es schwer haben. Nicht nur temporär, sondern dauerhaft.

Fazit:

Für jeden Entwickler (ich gehe sogar einen Schritt weiter und behaupte: Für jeden) ist es ein Segen in einem Team zu arbeiten, statt alleine vor sich hin zu vegetieren. Fragen stellen, Meinungen einholen, Verbesserungen bekommen, miteinander quatschen, lachen, Quatsch machen. Alles das und noch viel mehr, möchte ich nicht mehr missen. Die Vorteile und Stärken einer Ansammlung von Menschen, die ein GEMEINSAMES Ziel haben!

Ach… und bevor ich es vergesse: Freunde sind sie inzwischen auch geworden 🙂

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